Beispiele aus dem Fremdsprachunterricht
Englisch mit Körper und Raum

1. Vokabeln als bewegte Geschichte

2. Verbformen auf dem Balken

3. Zeiten zum Anfassen

"Einer sitzt bei WORK - ihm fällt der PENCIL runter, dass er ganz SAD wird. Er sieht seinen noch längeren RULER und sagt sich zufrieden I CAN!"

        Vokabeln als tote Liste

        Vokabeln als Feld mit Bild&Geste

            Vokabeln Kontext mit Erzählung

 

Die Vokabeln als Liste mit Übersetzung sind vom Kindergehirn kaum langfristig zu speichern. Sie werden hier an vielerlei Erlebnisebenen, die bereits im Neocortex abgespeichert sind, angedockt: Bilder, die möglichst an Buchstabenformen anknüpfen, Gesten, Geschichte, Mimik. Das narrative Clustern in einen Kontext am Ende ist besonders lernwirksam. Die Schüler sprechen lebendig mit Gestik und Mimik und sehen die Schreibweise der Vokabeln dabei vor ihren Augen.

 

Am besten erfinden die Kinder die Repräsentationen selbst und vollziehen sie lebendig im Retrieval Practice alle paar Tage. Es entsteht so nicht 'zu viel' Information, sondern zunächst isolierte Informationsfetzen werden sinnvoll eingebettet. 

I see
you see
he/she/it seeS

we see
you see
they see

 

Die Verbformen sind ebenfalls als bloße Lern-Liste nicht gehirngerecht eingebettet. Sie entsprechen ja in der Anwendung Kommuni-kationsperspektiven, die die Kinder schon seit 10 Jahren täglich praktizieren und trainieren: Mit einem 'du' reden, heißt jemanden in besonderer Weise ansehen und eine freundliche Geste in seine Richtung zu machen; über eine dritte Person zu sprechen, richtet den Blick auf das Gegenüber-Du, deutet aber gestisch und gedanklich auf jemand anderen. Das im Englischen nun nötige 'S' am Ende wird als gemein und deutlich gezischter Abschluss erlebbar.

Eine Schülern geht über den Balken und verteilt die sechs Formen auf den Gang, wobei sie mit Blick, Mimik und Gestik die jeweilige Kommunikations-Perspektive deutlich macht. Die Kinder links sind zweite Person, die rechts dritte Person.

Die englische Verlaufsform Present Progressive ('he is walking') ist für deutsche Kinder schwer von Present Tense ('he walks') zu unterscheiden.

 

Mit den Schülern fragen wir: Welches Bild, welche Szene entspricht spontan in deinem Kopf dem Phänomen, dass ich über etwas spreche, das gerade 'am Passieren' ist? Das ist der assoziative Kern dieser Zeitform, das, was das Gehirn bislang als Anknüpfungsmöglichkeit gespeichert hat: Ein schnelles Erwischen.

 

Daran schließt vielkanalig und aktiv das Training an: Bei Present Progressiv streckt man die Hand nach der Tätigkeit, die man im Moment einfangen will - die Hand steht für das nötige Hilfsverb - He is walking: das Suffix '-ing' ist das sinnliche Nachschwingen beim Zupacken.

 

 

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‘He doesn’t walk.’

 

Für die Verneinung 'He doesn't walk' wählen wir eine sinnstiftende Embodiment-Übersetzung, die die Verwendung des Hilfsverbes 'do' und daran angebunden das 'not' automatisiert: Die rechte Hand formt eine Tat-Faust schräg vor dem Oberkörper, die linke eine verneinende Handkante schräg verhindernd davor. Auch bei der Frage kann die 'Do'-Faust automatisiert gezeigt werden.

 

Die 3. Person Einzahl nutzt das 'gemein gezischte' 'S' in 'doeSn't'!

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   'He is walking'

 

 

      is 

 

 

 

 

      ing

 

 

 

 

4. Vom 'Machen' zum 'Lesen' - Embodiment schrittweise verschriftlichen

 

All diese Verkörperungen und Verankerungen in die aktuelle Erfahrungswelt der Schüler müssen zu voller Wirksamkeit vier BEDINGUNGEN erfüllen:

 

  1. Die Verkörperungen müssen eine möglichst starke Verbindung zur kommunikativen BEDEUTUNG des grammatikalischen Inhaltes haben.
  2. Es sollten möglichst alle an Kommunikation beteiligte KANÄLE genutzt werden: Mimik, Gestik, Embodiment, Raum, Deutung und Blick auf Adressaten und Gemeinte.
  3. Jedes Kind muss die sinnhafte Verkörperung immer wieder mit möglichst vielen Kanälen AKTIV bis zur Automatisierung praktizieren.
  4. Schrittweise wird die aktive Verkörperung zurückgefahren und immer mehr vorgestellt, bzw. innerlich gehört. Über dieses INNERE SIMULIEREN stärkt sich die Konsolidierung und der Bezug zur Schriftsprache.  Der ist bei herkömmlichen Lernsettings meist schon zu Beginn überdominant!

 

        Das lässt sich so schrittweise skizzieren:

 

 

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