Phänomen-basiertes Lernen
Klasse 7&10
Projekt 1
Gemeinsam nehmen die Klassen 7 und 10 ihr Know-How aus der Input2-Phase zum nachhaltigen Bauen in diese Projektphase. Sie entwerfen Lehm-Bambus-Gebäude für die Partnerfarm in Ghana, die jeweils 3 Wohneinheiten mit Küche und Bad möglichst preiswert, Klima angepasst und ökologisch gebaut bieten sollen.
Schließlich nehmen sie mit ihren Info-Filmen aus der Input2-Phase und ihren Entwürfen Kontakt zu Schülern der Partnerschule in Ghana auf und sprechen die Planungen mit ihnen ab. Dazu sind sie im Englischen durch das Sprachtraining vorbereitet.
"In der Kleingruppe arbeiten ist anstrengend, aber effektiv!" Michael, Klasse 7

Modellbau
Farmerhouse in Ghana - Lehm/Bambus - Grundriss - Aufriss - Modell
Sprachtraining Bauen
Wortfelder - Dialogtraining ChatGPT - Dialogtraining Live - ZOOM-Training
Lehmbau-Training
Techniken im Test - Prototypen
Lehmbau im Schulhof
Habitate - Säulen
Gebäude-Entwürfe
Kleingruppen aus je 2-3 Schülern der 7. und 10. Klasse schneiden die benötigten Raumgrundrisse aus, entwerfen einen stimmigen Gebäudegrundriss, zeichnen den Aufriss mit Dachform, Fenster- und Türanordnung und setzen das im Modell 1:50 um.
Schräge Träger
Gebündelte Bambusträger verteilen den Dachstuhl über schräge Träger.

Innenhof
Ein Innenhof leitet die kühlende Luft von den Zimmern ins Freie.

Bambuswald
Bambusstangen tragen das Dach und begrenzen eine umlaufende Veranda.




Vorhalle und Sockelschutz
Bambusbündel tragen die Ecken des weit überkragenden Daches. Sie sind feuchtesicher in Lehm-Zement eingelassen.
Eine Vorhalle schafft Zugang zu allen Zimmern und sorgt für geschützten Aufenthalt im Freien.
Der Lehm-Sockel wird geschützt durch eine Bitumenschicht wasserabweisender Farbe.
Eine Drainageschicht aus Kies verhindert Stauwasser am Sockel.
Sprachtraining
Das Sprachtraining bezieht sich auf die Themengruppen und soll auf die Fach-Konferenzen mit den Schülern in Ghana vorbereiten. Zentral sind der differenzierende Umgang mit den Vokabeln und das hohe Maß an praktischer Sprachproduktion aller.

Wortfelder
Fachbegriffe/Substantive
Eigenschaften/Adjektive
Vorgänge/Verben
... werden um ein Symbolbild angeordnet, abgegrenzt und auf einem weiteren Blatt in's Englische übertragen.

Training mit KI
Mit dem geeigneten Prompt wird eine sprechfähige KI (ChatGPT, ...) zum Dialog über das Thema aufgefordert.
Das Wortfeld wird als Bild oder Text eingegeben.
Es wird um Korrektur der eingegebenen Sätze gebeten.

Training real
Die Arbeit mit der KI macht deutlich, wo die Schwierigkeiten und Möglichkeiten liegen. Nun können Schüler zu dritt oder viert mit verteilten Rollen trainieren.
Als Hausaufgabe kann mit einem einfach zugänglichen VK-Tool (z.B. https://jitsi.org/) zwischen Schülern konferiert werden.
Fach-Konferenzen
Bayern - Ghana
Lehmbau Bambusbau Gebäude
Welche Techniken haben wir sinnvoll gefunden?
Muss der Lehm wasserfest werden?
Wie funktioniert der Bauvorgang?
Woher können wir den Lehm beziehen?
...
Welche Tragekonstruktionen sind denkbar?
Wie lassen sich die Stangen verbinden?
Woher beziehen wir den Bambus?
Muss der Bambus vorbehandelt werden?
...
Welche Raumaufteilung erscheint sinnvoll?
Welche Dachformen sind denkbar?
Wie ist die Belüftung möglich?
Wie ist der Schutz des Lehmsockels möglich?
Wie wird das Fundament erstellt?
...
Sind alle Gruppen - in Bayern und Ghana - fachlich und sprachlich gut vorbereitet, begeben sich je 3-4 Schüler in die Fach-Videokonferenz mit den Fach-Kollegen vom anderen Kontinent - wobei 3-4 der Zehntklässler im Hintergrund unterstützen.
1 Schüler protokolliert, die VK wird am besten aufgezeichnet und das Protokoll an die andere Seite im Anschluss mit einer Agenda für die weitere Zusammenarbeit verschickt.


Lehmbau-Training
Gerüstkonstruktion
In immer anderer Zusammensetzung probieren die Schülergruppen verschiedene Techniken und Materialmischungen im Lehmbau aus. Sie bauen damit kleine Häuschen, Wandelemente oder Säulen im Blick auf die Pflanzenhabitate im Schulhof.
Es unterstützen Lehmbau-Experten der Hochschule Lübeck/Isopterra bei einem zweitägigen Workshop und in ZOOM-Meetings mit Schülern und Lehrkräften. Auch regionale Spezialisten werden einbezogen.
Lehm-Zusammensetzung
Stampflehm
Wir verwenden Claytech Baulehm in Pulverform und mischen mit unterschiedlicher Wassermenge. Zuviel Wasser lässt beim Trocknen Risse wahrscheinlicher werden, beim Stampflehm wird nur minimal Wasser zugegeben, 'erdfeucht' soll das Material beim Verarbeiten sein.
Als Zuschlagstoffe experimentieren wir mit Ziegelbruch, Tonkügelchen, die leicht sind, aber auch Sand mit möglichst rauher Oberfläche.
Zur Armierung setzen wir zerkleinerte Bambusblätter ein, die wir im Schulhof zuhauf finden. Auch mit anderen Naturfasern arbeiten wir.
Die möglichst wasserabweisende Endschicht der Säulen im Pausenhof mischen wir mit 10% frischen Pferdedung. Hier können wir feine Armierungsfasern aus den Grasresten und Ammoniakverbindungen zur chemischen Stabilisierung gewinnen.
Als Lehmtragkonstruktion wurden und werden verschie-dene Geflechte verwendet - wir probieren Bambus, Weiden-stecken, aber auch Metallgitter.
Stets braucht es eine Grobstruktur aus stärkeren Verbindungen, die dann in Gefachen fein geflochten wird.

Gestampfter Lehm ist sehr haltbar und attraktiv durch die sichtbare Schichtung. Allerdings macht er viel mehr Mühe als etwa Bau mit Lehmsteinen.
Wir besichtigen ein regionales Stampflehm-Wohngebäude und alle Jugendlichen sind begeistert von dessen Anmutung. Mit Siebdruck-Platten-Schalung erstellen wir Stampflehm-Bausteine und übertragen die Technik auf einen Pflanzring im Theatron. Bewusst nehmen wir unterschiedliche Zuschlagstoffe für die Schichten, um die Struktur sichtbar zu machen.









Die Lehmsäulen
Herausfordernd ist die Konstruktion der Säulen, die dei Habitate der Pflanzenvorhänge nach oben erweitern und einem mannshohen Gitter Struktur geben sollen. Damit sollen Rankhilfen und Jungpflanzen Schutz erhalten und gleichzeitig eine bewachsene runde Pflanzenstruktur entstehen.
Nach Versuchen mit quadratischem Grundriss, lenkten die Fünftklässler den Blick auf runde 'baumähnliche' Strukturen, die sich nach oben verjüngen und nach außen öffnen. Immer wieder zeichneten und bastelten die Schüler Modelle für die Grundstruktur.
Ebenfalls ein Fünftklässler empfahl eine Kunstoffröhre als Tragstruktur mit angehefteten Holzlatten - mit einer leeren Getränkeflasche entwickelte er den ersten Prototypen. Wir verlegten uns dann auf zwei unterschiedlich starke Wasserleitungsrohre mit Latten und Lochplatten, um den Knick zu stabilisieren. Armierungsgitter wurde auf die Kunstoffrohre aufgebracht.
Eine erste grobe Lehmschicht mit viel Bambusarmierung und leichtem Tonkügelchen-Zuschlag füllte die Zwischenräume zwischen den Latten, darüber tackerten wir Jutestoff feucht auf die Grundstruktur. Schließlich trug dieser lhemdurchtränkte Stoff zwei feine und abschließende Lehmschichten mit Pferdemist als Zuschlag.
Die Pflanzbehälter


Auch die drei als Habitate für die Kletterpflanzen dienenden Pflanztröge sollen Lehmbau-Techniken zeigen. Damit fügen sie sich in die Optik der Ziegelfläche und -wände ebenso ein wie sie nachhaltiges Bauen in mannigfaltiger Form zeigen können.
Die Fundamentschicht muss wasserfest sein und wird daher aus in der Mitte der Behälter entnommenen Granit-Pflastersteinen mit Zementmörtel gemauert. Wasserzu- und ablauf wird integriert.
Gabionen geben darauf die Struktur der insgesamt 80cm hohen Habitate. Sie werden bei den äußeren Elementen mit Lehm und Ziegelbruch gefüllt, mittig wird eine reine Backstein-Bruch-Schicht eingefüllt. Die Lehm-Säulen werden innen angebracht.
Das mittlere Habitat wird aus Stampflehmsegmenten hergestellt, die von hölzernen Säulen gegliedert werden.


